12-South Africa cycling trip in karoo

Reiseberichte

Die Reise von London nach Kapstadt – durch einige der desolatesten und wildesten Gelände, die verarmte und politisch instabile Demokratie Afrikas – ist eine verführerische Expedition für viele Reisende geworden. Stellen Sie sich vor, dieses Abenteuer mit dem Fahrrad zu erleben, ihre körperliche Energie aufwenden, in einem Tempo, nicht viel schneller als ein Ochsenkarren und langsam genug um sich in das alltägliche Leben der Dorfbewohner einzufühlen. Die 25.000 Kilometer, 14 Grenzübergänge gespickt mit einer Menge Bürokratie, die größte Wüste der Welt – die Sahara, tropische Dschungel, Militär-Konvois und 62 Reifenpannen waren mehr als eine Herausforderung. Für mich und meine Radfahrbegleiter, Louise Tong und Erik Feenstra war es eine Gelegenheit um abgelegene Regionen, die mit Fahrzeugen unzugänglich sind, zu erkunden, einzutauchen in reiche und einzigartige Kulturen die nebeneinander auf unserem Kontinent existieren und eine Chance, zu entdecken was Afrika bedeutet. Das Abenteuer bedeutete, das bequeme Sofa in der Zivilisation zu verlassen, zu lernen mit den Instinkten zu überleben und den Umgang mit dem Leben auf einer grundlegenden Ebene.

Die Reise sollte dazu dienen einen Fond zu schaffen und das öffentliche Bewusstsein für die registrierte Organisation „Survival International“ zu erhöhen. Die Organisation setzt sich für die Notlage der Stammesvölker auf der ganzen Welt ein, deren Existenz durch das Vordringen der modernen Kulturen, die Globalisierung und die Anforderungen unserer natürlichen Umgebung in der unaufhörlichen Suche nach Ressourcen bedroht ist.

Es war die Nacht vor dem Einschiffen auf dem schwersten Teil der Reise. Der Rauch unseres kleinen Feuers verzog sich in eine tödlich ruhige Nacht. Ein einsamer Schakal heulte in der Ferne. Wir teilten unser Essen aus Linsen mit einem vorbeifahrenden nomadischen alten Mann, der seine Ziegen hütete. Er trug nur einen Lendenschurz und seine Haut war rau und verhärtet von den Lebensjahren in dieser rauen Umgebung. Ich saß da, flickte den abgenutzten Hinterreifen mit Nadel und Faden, während wir einen strategischen Plan machten, wie man militärische Beiträge vermeiden könnte.

Lake Turkana, der größte und nördlichste der Rift Valley Seen grenzt an die äthiopische, kenianische und sudanesische Grenze. Unsere größte Hürde war die äthiopische Polizei, die Ausländern das Betreten dieser Region verbietet. Wir bezahlten für unseren Weg über die Grenze, und dies war die einzige Bestechung die wir auf der ganzen Reise bezahlen mussten. Das andere Hindernis war es, unsere Route entlang des See, welcher von vulkanischen Lavafeldern mit wenig oder keiner Vegetation umgeben ist, anhand von per Hand gezeichneten Karten der Einheimischen zu navigieren. Das alkalische Wasser aus dem See war kaum trinkbar, so hatte jeder von uns bis zu 20 Liter Wasser, sowie genügend Nahrung zu tragen, um die nächsten zwei Wochen davon zu leben. Die Entscheidung die Strecke entlang dieses Wüstensees zu nehmen war nicht leicht, allerdings hatten wir alle den Pakt geschlossen völlig vorbereitet und engagiert, mental und physisch, auf diese furchtlose Expedition zu gehen, denn für unser Überleben waren wir auf einander angewiesen.

Die Region um den Turkanasee wurde bekannt als eine der großen Beweisquellen früher menschlicher Existenz. Ein 1,6Millionen Jahre altes Sekelett, ein Exemplar des Homo Erectus, benannt als „Turkana Boy“ wurde in dieser Region gefunden. In diesen Tagen gab es nur wenige Stammesgruppen, die sich der Hitze in der Wüste angepasst haben, die in diesen trockenen Ebenen wandern. Bald bekamen wir einen ersten Blick auf den Turkana See, das Jademeer, worunter er auch bekannt ist. Eine Herde von Flamingos zog bei unserer Ankunft vorbei. Wir stießen einen Seufzer der Erleichterung aus, als wir endlich in Kenia ankamen, hatten aber immer noch einen langen, harten Weg vor uns. Unser Fortschritt wurde durch Pannen und festfahren im Sand behindert. Zu einem Zeitpunkt dachten wir, wir würden sterben. Nicht aus Mangel an Wasser, sondern aus Mangel an Reifenflicken. Wir starteten jeden Flicken in winzig kleine Stücke zu schneiden und auf diese Weise alle Löcher zu reparieren. Die schwindende Straße verschlechterte sich so sehr durch den unerbittlichen Wind, der über die trockenen Ebenen heulte, dass wir unseren Weg mehrmals verloren. Ein paar nomadische Desonage, die Schlamm und Federn im Haar trugen, kamen um uns zu helfen und uns den richtigen Weg zu zeigen. Aus der Ferne sehen ihre Dörfer aus wie ein Klumpen aus Büschen, aber als wir uns näherten konnten wir sehen, dass sie aus Gras gemacht sind und mit Fellen bespannt, fast wie Wüsteniglus. Nur ein paar Fische und Ziegenknochen verstreut im Dorf. Keine Sachen wie Plastik.

Die Sonne war unerträglich heiß, wir schoben unsere Fahrräder durch den Sand vom Schatten eines Baumes zu dem des nächsten. Ich hatte ein paar Kratzer von Dornenbüschen die begannen septisch zu werden, wir hatten aber nicht genug Wasser für diese hygienischen Zwecke, nur genug, um zu überleben. Wir mussten sogar darauf zurückgreifen, nach Wasser in trockenen Flussbetten mit einer Kalebasse zu graben, eine Art wie die Einheimischen es tun. Der Gedanke in Ileret anzukommen und eine kalte Cola zu trinken war die einzige Sache, die uns vorantrieb. Irgendwann am nächsten Nachmittag sahen wir Häuser auf dem Hügel am Horizont. Wir wechselten uns ab, um uns gegenseitig zu helfen die Räder durch das letzte Flussbett und über einen steilen sandigen Bergrücken zu schieben. Zwei kleine Kinder die zu Fuß auf dem Weg unterwegs waren mit Eimern auf dem Kopf warfen einen Blick auf uns und rannten davon, die Lasten hatten sie zuvor auf den Weg geschmissen. Unser Wunsch nach Cola wurde mit Gelächter erfüllt. Später fanden wir heraus, dass das einzige was man in dieser kleinen polizeilichen Außenpostenstadt kaufen konnte, Ziegenfleisch war.

Mit Hilfe der Militärpolizei und einer frischen Lieferung von ihren Lastwagenflicken, arrangierten wir die Überquerung des wild gestimmten Turkanasees. Die Überquerung in einem fadenscheinigen Fischerboot kostete das gleiche wie das, was es kosten würde 3000 getrocknete Telapia Fische auf der anderen Seite zu holen. Sobald der heulende Wind nachgelassen hatte und eine friedliche Ruhe das Boot durchdrang, stoppten die Fischer das Einholen und Hochziehen und lehnten sich stattdessen zurück, zündeten selbst gemachte Tabakpfeifen an und fingen an die schönsten Stammesmelodien zu singen, deren Klang sich im stillen Wasser wiederfand.

Als ich zum ersten Mal die Idee hatte mit dem Fahrrad nach Hause nach Kapstadt durch Afrika zu fahren, näherte sich Louise, eine Chinesisch-Australische Freundin, die ich vor kurzem kennengelernt hatte, als ich in London gelebt habe. Abgesehen davon, dass wir beide Buchhalter sind, teilten wir die Liebe für Knobblies, Speichen und Pedalen und der Sehnsucht, das Unbekannte zu erforschen. Sie hat eine starke und lebendige Persönlichkeit und ist jemand, dem ich in extremen Situationen vertrauen kann. Sie sagte direkt ja, solange wir irgendwann in Zukunft von London nach Hong Kong fahren würden.

Im August 1998, einem Jahr nach der Mittelbeschaffung analysierten und planten wir eventuell am Trafalgar Square zu starten und einer Gruppe von Freunden zum Abschied zu winken, die zum Verabschieden kommen. Wenn wir nur gewusst hätten, wie unser hellen nagelneuen Taschen und Fahrräder nach einigen Monaten auf der Straße aussehen würden.

In Gibraltar trafen wir unseren Schutzengel, verkleidet als dünner exzentrischer Niederländer namens Erik. Er entschloss sich spontan seine anfänglichen Reisepläne vom Radfahren durch Spanien in Portugal zu ändern und einen Umweg über Kapstadt einzulegen. Eine glückliche Entscheidung für uns, da sich unsere Fähigkeiten der Fahrradreparatur nicht als so gut erwiesen, wie wir nach unserm Üben im Londoner Hinterhof gedacht hatten.

Meine erste Erinnerung an „freies“ Campen in Afrika war im Rif Gebirge mit einem Stamm der nomadischen Beduinen Berber. Kurz vor Sonnenuntergang schoben wir unsere Räder vorbei an einem weißen Hirtenjungen in Robe der seine Herde hütete und fragten, ob wir unser Zelt neben seiner handgenähten Schafsfell Behausung aufbauen dürfen. Er war einverstanden und es dauerte nicht lange, bis alle Frauen und Kinder kamen um uns zu begrüßen. Erst durch Schütten unserer Hände, dann küssten sie ihre eigenen. Unsere seltsam modernen Zelte sorgten für viel Unterhaltung der Berber und wir mussten drum kämpfen, sie draußen zu halten. Nach unserer mageren Mahlzeit, die wir mit hungrigen Kindern teilten wurden wir in die Zelte eingeladen um Nana-Cha (Minztee) zu trinken. Erik kam mit den Männern in die Zelte, Louise und ich wurden von den Frauen in ihre mitgenommen. Eine elegante ältere Dame saß auf dem Boden und kochte Couscous über warmer Glut. Der Rauch zog durch ein riesiges Loch in die Nacht.

Sie hatte ein Gesicht das ich niemals vergessen werde – hohe Wangenknochen, scharfe Knopfaugen und riesige goldene Ohrringe begrenzend ihr zigeunerartiges Gesicht. Ihre ständigen Bitten um Geld und Medizin für ihre Kinder gaben uns das unangenehme Gefühl, nicht helfen zu können. Schließlich haben wir es geschafft, uns höflich zu entschuldigen und die Flucht zu unserem privaten Heiligtum zu ergreifen. Wir stießen einen Seufzer der Erleichterung aus als wir den Reißverschluss des Zeltes endlich zuziehen konnten.

In unserem grenzenlosen Enthusiasmus, so viel wie möglich von Marokko zu sehen radelten wir dreimal über den Hohen Atlas. Zunächst zur Erkundung der umliegenden Region Errachide und zum Klettern des Erg Chebbi an der algerischen Grenze (die größte Sanddüne der Sahara). Aber wir wollten auch Marrakech zurück auf der anderen Seite des Atlas besuchen. Plaza Djejeema-el-Fna ist bekannt für seine Straßentheater, traditionelle Medizinmänner, Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und laternenbeleuchteten Garküchen die alles verkaufen, von geräuchertem Fleisch über Curry Schafgehirne bis hin zu frisch gepresstem Orangensaft.

Um Mauretanien zu durchqueren, waren wir gezwungen uns auf einen Militär Konvoi zu begeben, der uns durch die durch Krieg zerrissene Westsahara, die mit Landminen übersät ist, eskortierte. Dem Konvoi fehlten die Blinklichter und große Maschinengewehre die wir uns vorgestellt hatten. Stattdessen bestand er aus zwei Sandalengekleideten Soldaten die mit all unseren Reisepässen in seiner „Marokkanischen Aktentasche“ – eine schwarze Plastiktüte – in das erste Fahrzeug geklettert waren.

Noudibou, der einzige Hafen in Mauretanien, ist ein seltsamer Ort. Es ist nicht an die Hauptstadt angebunden und das einzige Mittel um in den Süden zu kommen war ein drei Kilometer langer industrieller Zug. Dieser fährt regelmäßig zu einer Eisenerzmine in der Mitte der Sahara in einem Ort namens Zourat. Der Zug, ein staubiger Wüstendrachen bewegte sich ruckartig und warf uns durch die Nacht. Da es keine Puffer zwischen den Wagen gab, hörten wir jedes Mal wenn der Zug startete oder stoppte ein vertrautes Klopfen dass vorne begann und näher kam, bis das Klopfen und der Ruck sich trafen.
Dennoch machten wir es uns mit unseren abenteuerlichen Kerzen in unserer Aufregung so gemütlich wie möglich, saßen eng zusammen um der Kälte zu trotzen. Zehn Stunden später kamen wir dort an, was man „am Arsch“ der Welt nennt – Choum ist ein trauriger und schmutziger Ort, wo Baracken aus Schinen gebaut sind, unhöfliche Geldbettler herumlungern und kranke Kinder mit Rotznasen uns anbetteln.

Radfahren durch die endlose karge Landschaft der demütigenden Sahara war entmutigend. Ritter der Sahara, die blau getarnten Tuaregs passierten uns mit ihren Kamelkaravanen und boten uns süße Kamelmilch an. In Mauretanien wurde sie Sklaverei erst im Jahr 1981 verboten, aber es schien immer noch Brauch zu sein, dass schwarze Sklaven die Kamele für ihre Meister hüten. Wasser wurde ein kostbares Gut und unser Leben drehte sich nur darum, zum nächsten Brunnen/der nächsten Quelle zu kommen, welche hunderte von Kilometern entfernt sein könnte. Ich rationierte das Trinken auf einen Schluck Wasser alle fünf Kilometer, ich dachte dass Verdursten der schrecklichste Tod sein müsse. Hunger ist viel erträglicher. Nach Sonnenuntergang, als die unaufhörliche Hitze des Tages nachgelassen hatte, entspannten wir ein wenig um das Lagerfeuer und die Sahara wurde zum friedlichsten und harmonischsten Platz unter der Sonne.

Der Reiz an Timbuktu („Tombouctou“ im Französischen) ist mehr die Reise dorthin, als das endgültige Ziel. Unser ursprünglicher Plan, für die Silvesterfeier dort zu sein, verzögerte sich. In „afrikanischer Zeit“ bewegt sich alles in einem viel langsameren Tempo. Nach der Genesung eines kurzen Krankheitsanfalls, verhandelten wir mit dem Kapitän einer Pinasse uns den Fluss Niger herauf zu transportieren. Eine Pinasse ist ein 25m langes hölzernes Frachtschiff mit gewölbten Zweigen von einer Seite zur anderen die mit dichten Grasmatten abgedeckt sind. Mahlzeiten für die Passagiere wurden in einem rieseigen Kessel über einem offenen Holzfeuer gekocht. Unsere Pinasse transportierte Zement, Mais und Möbel für kleine Bozo Dörfer verteilt auf dem Weg nach Timbuktu. Zusammen mit den anderen Passagieren mussten wir den bequemsten Platz finden um den drei- bis sechstägigen Trip zu überstehen. Die meiste Zeit verbrachten wir auf dem Dach sitzend, in der Hoffnung der Erste zu sein, der ein Nilpferd zu entdeckt. Von nun an werden wir immer eine Afrikanische Neujahrsfeier am 24. Januar haben!

Wir fuhren 5 Monate durch Sub-Sahel französisches Westafrika, die meiste Zeit davon durch den starken Harmattan Wüstenwind. Es war sehr aufregend schließlich im englischsprachigen Ghana anzukommen und den Vegetationswechsel von der trockenen Savanne zum dichten Kronendach des tropischen Dschungels, aus dem seltsame Geräusche sporadisch emittierten, zu sehen. Neben den Fetischritualen, alten Fort Sklaven an den Stränden und bunten Märkten mit allerlei seltsamen Spezialitäten wie Fufu, Süßkartoffeln und Bananen, war es der Überschwang an Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Ghanaer, die es zum unvergesslichsten Ort machten. Um alle freundlichen und faszinierenden Geschichten von Ghana zu beschreiben, müsste ich einen ganzen Roman schreiben. Einige seltsame Vorfälle werden immer in meinem Kopf bleiben. Zum Beispiel in der Zeit in Obausi, als ein Polizist, wie ich erst dachte dass er uns nur ein Ok für das Radfahren an der Schranke vorbei geben wolle, nicht aufhören konnte uns zu umarmen und uns Eiswasser zu geben. „Ah aus Südafrika, dann bist du meine Afrikanische Schwester.“ Oder die Zeit als ein Schüler auf seinem Fahrrad an uns vorbeifuhr und sagte: „Guten Morgen Sir. Ich denke ich sollte kommen und dir helfen.“

Von Ghana flogen wir in der Zeit zurück nach Äthiopien. Es war der 15.April 1991 auf dem alten julianischen Kalender, acht Jahre hinter dem Rest der Welt. Es könnten 100 Jahre gewesen sein, dem primitiven Leben der Menschen nach zu urteilen, die ihre Felder mich Ochsen bestellen und Wasser in Tonkrügen tragen. Von Addis Abeba radelten wir nach Norden entlang der historischen Route in Richtung Lalibela, bekannt für seine unterirdischen Felsenkirchen. Die gnadenlosen Schotterstraßen wunden ihren Weg über die Berge und durch die Blaue Nil Schlucht. Die ständige Belästigung und Steinwürfe der Kinder während wir uns die Seele aus dem Leib traten waren zu viel zu ertragen. Nach einigen tränenreichen Momenten entschieden wir uns dazu per Anhalter auf Nahrungsmittelhilfemaßnahmen-LKWs in das Innere zu fahren.

Von Nairobi fuhren wir bis nach Tansania, Radfahren entlang den Hängen des Kilimanjaro. Wir folgten einem kleinen Weg, der auf der Karte markiert war und kamen in eine abgelegene Region – die Maasai Steppe. Die einzige Information die in unserem Reiseführer erwähnt wurde war, dass die Region aufgrund der gefürchteten Tsetse Fliege relativ unbewohnt war. Nach unserer ersten Angst uns in das Unbekannte zu wagen, stießen wir auf einen Maasai Stamm, der nicht vertraut mit dem Westen und unserer Art und Weise war. Gegen Einbruch der Dunkelheit, als das Vieh nach Hause getrieben wurde, waren ein schwaches brüllen und das Klirren der Kuhglocken aus der Ferne zu hören und wir näherten uns einem Dornen eingeschlossenen „Manyatta“. Diese stolzen Krieger hießen uns in ihren Lehmwohnungen willkommen und teilten ihre Mahlzeiten aus Rindfleisch und Sauermilch. Es waren Momente wie diese, wenn ich die volle Leichtigkeit spürte, um ein Holz-Feuer sitzend während wir einer ältern Maasai Dame beim Kochen mit all den traditionellen Kalebassen und Holzlöffeln zusahen und nette mollige Kinder gegen mich gelehnt saßen mit ihren kleinen Ellenbogen auf meinen Knien. Wir wurden sogar eingeladen unsere eigene Lehmhütte dort zu bauen, wo unser Zelt stand, total fehl am Platz in dieser merkwürdigen Umgebung.

Die Überquerung des unzugänglichen Ruvoma Fluss erwies sich als kein Problem für uns. Die Fahrräder wurden prekär in Einbäumen ausgewogen als wir über den Norden Mosambiks polten. Buschcamping war nicht länger möglich, da das Land nach dem Bürgerkrieg mit Resten von Landminen geplagt war. Jeden Abend, nach einem langen Tag des Radfahrens, näherten wir uns dem Häuptling eines Dorfes und baten um die Erlaubnis dort zu zelten. Abhängig von ihrer Gastfreundschaft konnten wir lokale Köstlichkeiten, wie braaied (gegrillten) Affen probieren.

Aufgrund von Visaschwierigkeiten am Tete Korridor in Mosambik, flogen wir mit einer Supermarkt Frachtmaschine von Blantrye nach Johannesburg. Es war keineswegs das Ende unserer Reise und wir verbrachten einen weiteren Monat beim Radfahren in Südafrika. Die letzte Etappe unserer Reise führte uns durch die Karoo, wo wir vergessene Hinterland Städte besuchten. In Rietbron amüsierte uns Gezwitscher wie: „Aber wo sind die Radfahrer, die so wütend aussehen?“ Wenn die nur wüssten! Der Höhepunkt war es, über den Princ Albert Pass durch die einheimischen Knysna Wälder zu fahren. Immer noch bevorzugten wir es auf schmutzigen Off-Road Strecken zu fahren und schlängelten uns von Swellendamm durch die kleine Karoo über den Franschoek Pass und nach Stellenbosch.

Nach 15 Monaten im Sattel und 11000 Kilometern, realisierten wir schließlich unseren Traum und kamen in Kapstadt an. Der erste Blick auf den Tafelberg machte mir Gänsehaut. Allerdings war unser Gefühl des Erfolgs mit Trauer gemischt, da unsere Expedition ein Lebensweg geworden war. Für den wir alle zu Fahrradfahrenden Nomaden geworden waren.